Wissenswertes und Aktuelles

Der Langzeitzyklus

Wie im letzten Beitrag gesagt, wurde die Pille in den Fünfzigerjahren erfunden.

Es handelte sich damals aber um eine Zeit, in der die Moralvorstellungen der Menschen, ob religiös oder nicht, noch sehr anders waren als heute.

Ein Problem für die damaligen "Erfinder" war, dass Frauen, die Östrogene kontinuierlich einnehmen, keine Monatsblutung haben. Die Lösung war schnell gefunden: Mein lies, das heißt  man lässt noch immer, die Frauen nach drei Wochen Einnahme eine Woche Pause machen und provoziert so eine " Monatsblutung ". So unterscheiden sich die Pilleneinnehmerinnen nicht von den Frauen, die keine Pille einnehmen.

Dieses Schema muss aber nicht zwingend eingehalten werden. Ebenso sind andere Einnahmevariationen denkbar:

Ein sehr beliebtes ist das "Vier-Jahreszeiten-Schema": Hierbei macht die Frau nur vier mal im Jahr eine Einnahmepause, hat also nur vier mal im Jahr ihre Blutung.

Aus medizinischer Hinsicht ist dagegen nichts einzuwenden. Im Gegenteil: für manche Frauen, zum Beispiel solche, die unter Blutarmut leiden, ist es sogar gesünder, nicht so oft zu bluten. Und auf schmerzhafte Blutungen kann man erstrecht verzichten.

Im Prinzip sind alle Pillenpräparate, die nicht verschiedene Phasen haben (zu erkennen an verschiedenen Farben), für den Langzeitzyklus geeignet. Die Industrie ist gerade dabei, Verpackungseinheiten zu schaffen, die diese Einnahmeweise berücksichtig. 

Die Pille

Die "Pille" (Anti-Baby-Pille) wurde in den Fünfzigerjahren von einem amerikanischen Chemiker erfunden und kam Anfang der Sechziger nach Deutschland.

Man kann sich heute kaum noch vorstellen, welchen Widerstand  und  welche Empörung dieses kleine Pillchen in vielen Gesellschaftsschichten hervorgerufen hat.

Lauter noch als die Stimmen der Menschen, die gesundheitliche Bedenken hatten, war das Geschrei der Moralapostel, denen besonders die Möglichkeit der sexuellen  Selbstbestimmung der Frau Angst und Bange machte. Sogar der Berufsverband der Frauenärzte (damals fast nur Männer) appellierte an die damalige Bundesregierung, sie möge "die Verschreibung der Pille unter strengste gesetzliche Auflagen stellen, da sonst dem lasterhaften Leben der Frau Tür und Tor geöffnet würde, was man schon heute (also damals) bei einigen sterilisierten Frauen erkennen könne." Dies gipfelte darin, dass die Pille zunächst nur an verheiratete Frauen mit vielen Kindern verschrieben wurde.

Heute sind diese dummen Argumente so gut wie nicht mehr zu hören. Und vor allem durch  Absenkung der Hormondosis sind auch die gesundheitlichen Risiken so stark reduziert worden, dass sie nur einen Bruchteil des Risikos des Rauchens darstellen, aber sie bestehen noch.

So ist die Pille für die meisten, aber nicht für alle Frauen geeignet.

Eine genaue frauenärztliche Überprüfung der Gesamtgesundheit, weniger bis gar nicht die gynäkologische Untersuchung, sind vor der Verordnung und in Abständen begleitend während der Einnahme der Pille notwendig, um die Einnehmerin vor Schade zu bewahren.

Dann ist die Pille ein Segen und viel mehr, als nur ein Verhütungsmittel.
Darüber lesen Sie im nächsten Monat.